Anwendungsvirtualisierung, Internet der Dinge und Cloud Computing, Blog von Sacha Thomet

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Von der OnPremises VDI zur Cloud VDI, was darf es denn sein? Ein Schnellstart zu den unterschiedlichen VDIs in der Azure Cloud

Aktuell stellt sich für immer mehr Firmen die Frage, ob sie weiterhin traditionell ihre VDI on‑premises zur Verfügung stellen oder ob diese zukünftig aus der Cloud bereitgestellt werden sollten.
Die EUC‑Welt ist im Umbruch, und es gibt heute weit mehr ernstzunehmende Alternativen als nur ein oder zwei grosse, etablierte Hersteller. Oder vielleicht ist das auch meine persönliche Meinung, nachdem ich ein bisschen aus meiner Bubble herausgekommen bin – aber ich denke, es gibt neue Bedürfnisse, und der Markt versucht nun, diese abzudecken.

Ich bin ein jahrelanger „Citrix‑Tech-Evangelist“ und auch heute noch absolut von deren Technologie überzeugt. Für mich steht fest, dass Citrix als Unternehmen die leistungsstärksten Applikations- und Desktopvirtualisierungen entwickelt hat. Dennoch holt die Konkurrenz auf, und es muss nicht für jeden Kunden das Nonplus-ultra sein. Die Firma, bei der ich tätig bin, setzt nach und nach mehr auf Microsoft und verfolgt seit Jahren eine Cloud‑Strategie.
So ist es naheliegend, dass die Option, on‑premises VDIs durch eine Microsoft Azure VDI‑Lösung zu ersetzen, in Betracht gezogen werden muss.

Unter den Leser dieser Seite gibt es eventuell auch welche die bereits mal in den letzten zwei Jahren in den Genuss kamen, den Vortrag von Fabian Tschanz, Stefan Moser und mir an einem der Events (z. B. am Workplace Ninja Summit oder an der E2EVC) zu hören – wissen, dass wir für unsere Entwickler bereits auf „grüner Wiese“ mit Microsoft AVD Single Session als Entwickler‑VDI ein Projekt durchgeführt haben.
Nun ist die Welt einfach, wenn man auf grüner Wiese startet; muss man jedoch Bestehendes ablösen, gestaltet sich das aufgrund der bestehenden und teils ungenannten Requirements als schwierig. Manchmal wird eine Lösung für einen Zweck gebaut und dann für etwas anderes genutzt – etwas, das die Plattformentwickler nicht auf dem Radar hatten – sodass sie bei einer Migration verloren geht. Also muss auch hier noch einmal Requirements Engineering betrieben werden.

Windows 365 Frontline und/oder AVD Multi‑Session. Und was ist Windows 365 Frontline im Shared Mode?

Wir wollen also als Nächstes die Use Cases abdecken:

  • dedizierte VDI für Power User mit speziellen Bedürfnissen (meistens ohne Firmengerät) und
  • die Nutzer der gepoolten VDIs, die die VDI gelegentlich nutzen und eventuell auch ein Firmengerät haben.

Nun bietet Microsoft viele Lösungen, und es kommen immer noch neue Flavors dazu. Was ist denn nun das Richtige?


Windows 365? Microsoft Azure Virtual Desktop? Ach, damit noch nicht genug – es gibt noch Also, ich versuche das mal ein bisschen auseinanderzunehmen. Als ich jemandem On‑Prem, IaaS, PaaS und SaaS erklären musste, half mir jeweils das Pizza‑Modell (siehe Bild rechts), das Albert Barron, Global Principal Architect, Financial Services bei Google, in einem LinkedIn‑Post von 2014 erklärt hat.

Ich möchte nicht behaupten, so clever und gut im Erklären zu sein wie Barron, aber ich versuche, die Microsoft Azure VDIs – also alles, was oben aufgezählt wurde – ein bisschen aufzuteilen. Meiner Meinung nach handelt es sich dabei um verschiedene Mixturen aus PaaS und SaaS.


Windows 365 (Cloud PC)

  • Vollständiger, persistenter Cloud‑PC für jeden Nutzer
  • Feste Zuweisung von Ressourcen (dedizierte VM)
  • Integriert mit Microsoft Endpoint Manager (Intune) für Verwaltung
  • Einfache Einrichtung ohne komplexe Infrastruktur

🍕Im Pizza‑Modell würde ich sagen: Das ist wie auswärts essen in einem Restaurant, das immer Platz für mich hat – am für mich dedizierten Tisch steht mein Name. Ich kann die Pizzen aus der Speisekarte in definierten grossen Grössen wählen. Wenn ich ein Rezept liefere, wird auch diese Pizza für mich nach meinen Wünschen belegt und gebacken.

Windows 365 Frontline (Dedicated)

  • Speziell für Schichtarbeiter oder für geteilte Nutzung konzipiert
  • Jeder Benutzer hat eine dedizierte VM, die nur während der Arbeitszeit genutzt wird
  • Lizenzierung auf Basis gleichzeitiger Nutzung (nicht pro Benutzer)
  • Automatisches Herunterfahren ausserhalb der Schichtzeiten, um Kosten zu sparen

🍕Im Pizza‑Modell würde ich sagen: Das ist wie auswärts essen in einem Restaurant, in dem sich mehrere Parteien abwechselnd einen Tisch teilen – jeden Tag kann der Tisch dreimal verkauft werden. Ich kann die Pizzen aus der Speisekarte in definierten grossen Grössen wählen. Wenn ich ein Rezept liefere, wird auch diese Pizza für mich nach meinen Wünschen belegt und gebacken.

Mehr Infos zu Frontline hier: Mehr Infos zu Frontline dedicated hier: https://learn.microsoft.com/en-us/windows-365/enterprise/introduction-windows-365-frontline#windows-365-frontline-in-dedicated-mode

Windows 365 Frontline (Shared)

  • Mehrere Benutzer teilen sich denselben Cloud‑PC
  • Speziell für Umgebungen mit geteilten Arbeitsplätzen (z. B. Callcenter)
  • Kosteneffiziente Nutzung, da keine dedizierte Maschine pro Benutzer nötig
  • Ressourcen werden dynamisch zugewiesen

🍕 Im Pizza‑Modell würde ich sagen: Das ist wie auswärts essen in einem Restaurant, in dem sich mehrere Parteien abwechselnd einen Tisch teilen – jeden Tag kann der Tisch dreimal verkauft werden. Die verschiedenen Parteien müssen alle dieselbe Pizza in der gleichen grossen Grösse essen. Ich kann die Pizzen aus der Speisekarte in definierten grossen Grössen wählen. Wenn ich ein Rezept liefere, wird auch diese Pizza für mich nach meinen Wünschen belegt und gebacken.

Mehr Infos zu Frontline shared hier: https://learn.microsoft.com/en-us/windows-365/enterprise/introduction-windows-365-frontline#windows-365-frontline-in-shared-mode-preview

AVD (Azure Virtual Desktop) Single Session

  • Jeder Benutzer hat eine eigene VM (ähnlich wie bei Windows 365, aber flexibler)
  • Unterstützung für verschiedene VM-SKUs (angepasste Leistung)
  • Verwaltung über Azure Resource Manager, nicht Intune
  • Lizenzierung über bestehende Microsoft 365 Lizenzen oder separate Windows-Lizenzen

🍕 Im Pizza‑Modell würde ich sagen: Das ist wie auswärts essen in einem Restaurant, das immer Platz für mich hat – ich kann bestimmen, wie der Tisch gedeckt ist und wie gross er sein soll. Auch bei der Pizza bin ich flexibler: Sie muss nicht zwingend rund sein, ich kann sie auch viereckig machen. Wenn ich mich dumm anstelle, wird die Pizza extrem teuer und ich kann sie gar nicht mehr vollständig essen – oder sie ist so klein, dass ich weiter Hunger habe.

AVD (Azure Virtual Desktop) Multi Session

  • Mehrere Benutzer teilen sich eine einzige VM (Windows 10/11 Multi Session)
  • Ideal für Unternehmen mit vielen gleichzeitigen Nutzern (z. B. Remote-Arbeitsplätze)
  • Ressourcen werden flexibel zwischen den Benutzern aufgeteilt
  • Kosteneffizienter als Single Session, da weniger VMs nötig werden

🍕 Ähnlich wie bei AVD Single Session, aber ich kann auch mehrere Personen gleichzeitig von einer Pizza essen lassen – so kann ich effizient eine Pizza herstellen. Der Pizzaiolo muss dann nur eine Pizza backen und wir brauchen nur einen Tisch, aber acht Leute werden satt. Es müssen aber alle acht dieselbe Pizza-Art essen. Ich kann viele Tische mit 8 Personen die gemeinsam eine Pizza essen machen. Ich habe viele Anpassungsmöglichkeiten für das lokal und die Tische.

Mehr Infos zu AVD MultiSession hier: https://learn.microsoft.com/en-us/mem/intune/fundamentals/azure-virtual-desktop-multi-session

Also gut, und was ist nun das Richtige? Das kommt nun eben ganz auf die Bedürfnisse an – es gibt keine falsche Lösung, vielleicht passt die Lösung einfach nicht zu dem Problem, aka Herausforderung oder Use Case.

Ich werde in den nächsten Wochen und Monaten wohl die flexibleren Lösungen mit Azure Virtual Desktop in den Ausprägungen Single Session und Multi Session anschauen, und ich bin sicher, dass ich auch hier noch vor einigen Entscheidungen stehe …