Anwendungsvirtualisierung, Internet der Dinge und Cloud Computing, Blog von Sacha Thomet

Monats-Archive: März 2025

Multiple Personal Desktops with Azure Virtual Desktop – Ein Unterschätztes Neues AVD-Feature

Letzte Woche war ich sehr erfreut, als ich den LinkedIn-Post von Christiaan Brinkhoff entdeckte, der auf den Blogbeitrag In public preview: Multiple personal desktops with Azure Virtual Desktop hinwies.

In unserer Firma haben wir dieses Feature wirklich vermisst. Normalerweise verfolgen wir eine „1-Geräte-Strategie“, bei der jeder Benutzer genau ein Gerät hat – sei es ein physisches Laptop oder einen virtuelle Desktop (VDI). Wir arbeiten bereits seit langer Zeit mit VDIs, insbesondere für externe Partner, Testumgebungen und auch für interne Benutzer mit besonderen Anforderungen. Bisher haben wir dies On-Premises mit VMware als Hypervisor und Citrix als Broker umgesetzt. Das Bereitstellen mehrerer VDIs pro Benutzer war dabei technisch nie ein Problem.

Aktuell befinden wir uns jedoch mitten in einer Cloud-Transformation, und Azure Virtual Desktop (AVD) ist die Cloud-basierte VDI-Lösung unserer Wahl. Doch genau hier stiessen wir auf eine Einschränkung: die Möglichkeit, mehreren virtuellen Desktops für einen Benutzer zuzuweisen. Umso mehr freute mich nun die Ankündigung dieses neuen Features, auch wenn es sich momentan noch in der Public Preview befindet. Ich gehe jedoch davon aus, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis dieses Feature allgemein verfügbar ist.

Warum ist das ein Gamechanger?

Ich bin überzeugt, dass viele Unternehmen ähnliche Herausforderungen haben wie wir. Zum Beispiel benötigen Software-Tests oft mehr als eine virtuelle Maschine (VM). Ebenso müssen Robotics-VDIs häufig mit mehreren Desktops auf denselben Benutzer zugreifen. Darüber hinaus gibt es Störungsfälle, bei denen es besser ist, die virtuelle Maschine nicht zu reparieren, sondern sie nach dem „Pets vs. Cattle“-Prinzip durch eine neue Instanz zu ersetzen. In solchen Szenarien kann es sinnvoll sein, temporär auf zwei virtuelle Desktops zugreifen zu können, um Daten zu extrahieren oder bestimmte Konfigurationen von der alten VM auf die neue zu übertragen.

Bisher gab es dafür nur einen Umweg über zwei Hostpools. Der Nachteil war, dass der Benutzer in diesem Fall zwei Ressourcen angezeigt bekam, selbst wenn er nur auf eine der beiden VMs zugreifen durfte. Mit dem neuen Feature ist das nun kein Problem mehr. Auch wenn man mehrere Hostpools verwendet, sorgt das neue Feature dafür, dass keine „Geister-Ressourcen“ angezeigt werden, wenn für einen Benutzer keine Ressource in einem Hostpool verfügbar ist.

Was ist neu und wie schaltet man es ein?

Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, ist das Aktivieren dieses Features sehr einfach – es reicht, ein Flag zu setzen, um die Funktion zu aktivieren:

Anschliessend erscheint im AVD-Client ein neues Feld mit dem Namen „Friendly Name“, das dem Benutzer hilft, die virtuellen Maschinen voneinander zu unterscheiden:

Einschränkungen des Features

Aktuell gilt dieses Feature nur für AVD SingleSession-Maschinen. Es funktioniert also nicht bei Multi-Session-Deployments oder Windows 365. Ob und wann diese Funktion für MultiSession-Umgebungen verfügbar sein wird, ist noch unklar.

Fazit

Dieses neue AVD-Feature ist ein echter Schritt nach vorne für Unternehmen, die mehrere Desktops pro Benutzer benötigen, sei es für Tests, Fehlerbehebung oder spezielle Anforderungen. Ich bin gespannt, wie sich das Feature weiterentwickelt und wann es die allgemeine Verfügbarkeit erreicht. Es wird mit Sicherheit vielen Unternehmen dabei helfen, ihre VDI-Umgebungen noch flexibler und benutzerfreundlicher zu gestalten.

Was ist deine Meinung? Ist dieses Feauture ein weiterer Schritt in Richtung Feature Parität mit bestehnden virtual Desktop Lösungen? Was wäre dein nächstes Wunsch-Feature? Lass es mich über die Kommentare wissen.